Oberstufengymnasium
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Lernlabore

Der Begriff „Labor“ stammt von dem lateinischen Begriff „laborare“ und meint ursprünglich „arbeiten“, „sich abmühen“. Jede Schülerin und jeder Schüler hat sicher schon einmal festgestellt, dass Lernen und die Teilnahme am Unterricht durchaus Arbeit und Mühe bedeuten. Und manchmal wünscht man sich vielleicht gerade in der Oberstufe bei dem erhöhten Lerntempo und den großen Gruppen eine individuelle Betreuung durch eine Lehrkraft oder einfach mehr Zeit, um Unterrichtsstoff zu üben. Mit den Lernlaboren an unserer Schule soll dieses ermöglicht werden.

Was ist ein Lernlabor?
Das Lernlabor ist ein Ort, an dem SchülerInnen mit Unterstützung durch eine Lehrkraft selbstständig arbeiten. Die Lehrkraft hilft z.B. bei schwierigen Hausaufgaben, stellt Aufgaben zur Wiederholung des Mittelstufenstoffes oder weiterführende Aufgaben bereit, geht auf individuelle Fragen zum Lernstoff und zu Klausuren ein, bietet Workshops/Module zu einzelnen Themen des jeweiligen Lernstoffes an oder unterstützt bei der Durchführung weiterführender Projekte. Die Lehrkraft des Lernlabors versteht sich dabei vor allem als fachlicher Lernberater und übernimmt eine andere Rolle als im Unterricht. Sie hilft den Schüler/-innen individuell über Lernschwierigkeiten hinweg. So geht mit unserer Konzeption der Lernlabore auch einher, dass es weder Klausuren noch Noten gibt.

Vorgeschichte
Nach einigen vereinzelten Lernlaborangeboten im Schuljahr 2011/12 konnten die Schüler/-innen der E-Phase im Schuljahr 2012/13 in der Woche vor den Herbstferien auf freiwilliger Basis das erste Mal ein Lernlaborangebot in mehreren Fächern wahrnehmen. In der Auswertung dieses Projektes gab es viele positive Rückmeldungen und Verbesserungsvorschläge sowohl von Schüler- als auch von Lehrerseite: „Es ist gut, an seinen eigenen Schwierigkeiten zu arbeiten.“ (Schülerin) – „Man kann Fragen stellen zu Sachen, die man im Unterricht nicht verstanden hat.“(Schüler) – „Es sollte ein regelmäßiges Angebot sein.“ (Schülerin + Lehrerin) – „Wir sollten das Problembewusstsein auf Seiten der Schüler/-innen stärken.“ (Lehrer)
Diese Erfahrung wurde zum Anlass genommen, im weiteren Verlauf des Schuljahres einige Lernlabore in den Fächern Mathematik, Deutsch und Englisch einzurichten.

Lernlaborkonzept im Schuljahr 2013/14
Die 104%-Zuweisung ab Sommer 2013 machte es möglich, für die gesamte E-Phase verbindliche Lernlabore einzuführen. Besonders wichtig war es uns, die zwei Lernlaborstunden im Rahmen des Pflichtunterrichts einzurichten, um die SchülerInnen nicht mit zusätzlichen Stunden zu belasten. Dies gelang durch Einbeziehung zweier verpflichtender Kompensationsstunden.
In kleinen Gruppen von max. 8 Schülern kann nun immer montags in der 7./8. Stunde unter Betreuung einer Fachlehrkraft alles geübt und nachgefragt werden, was für den Unterricht wichtig ist.
Die Schüler/-innen haben jede Woche die Gelegenheit, sich in einem Lernlabor ihrer Wahl anzumelden. Die Nutzung der Lernlabore ist zwar verpflichtend im Stundenplan festgeschrieben, aber welches Lernlabor gewählt wird, bleibt den Schüler/-innen selbst überlassen.
Das Angebot umfasst die Fächer Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Mathematik, Biologie, Physik, Chemie, Informatik, Geschichte, PoWi und Kunst. Das breite Spektrum ergibt sich auch dadurch, dass viele Kollegen/-innen alle Fächer anbieten, die sie unterrichten.
Zum einen gibt es „offene Labore“, in denen nach Wunschthemen gearbeitet wird. Zum anderen gibt es auch „Workshops“, die sich auf ein Thema spezialisieren und z.T. über mehrere Wochen laufen.
Zur Dokumentation führen die SchülerInnen ein Laborheft, in das sie wöchentlich die Laborthemen eintragen und ihre Anwesenheit bestätigen lassen. Mit Hilfe eines Reflexionsbogens setzen sie sich zusätzlich mit dem eigenen Lernprozess auseinander.

Ausblick
Standen im ausgehenden Schuljahr zunächst organisatorische Fragen im Vordergrund, so sollen nun die inhaltlichen und pädagogischen Belange stärker in den Blick genommen werden.
Geplant ist ein erweitertes Laborheft, in das Seiten für die Reflexion des Lernprozesses und Platz für einen Themenspeicher integriert werden. Auch möchten wir die Schüler/-innen noch besser an das selbstständige Lernen und dessen Auswertung heranführen.
Zusätzlich soll die Verknüpfung zwischen Unterricht und der Lernlaborarbeit verstärkt werden, indem die Lehrer/-innen die Schüler/-innen noch intensiver beraten und sie z.B. dabei unterstützen, zu bearbeitende Fragen/Themen im Themenspeicher festzuhalten, um diese gezielt in den Lernlaboren angehen zu können.
Die Gesamtkonferenz hat der weiteren Erprobung der Lernlabore für das Schuljahr 2014/15 zugestimmt, auch unter der Voraussetzung, dass die inhaltliche und konzeptionelle Umsetzung der Lernlabore nach Bedarf weitere Änderungen erfahren. Diese Flexibilität wollen wir beibehalten, um auf Erfahrungen der Lehrkräfte und Schüler/-innen reagieren und damit das Konzept gewinnbringend fortschreiben zu können.
Eller, Rebić, Thome
August 2014